Mittwoch, 16. Oktober 2024

EOS (18)

 

 

 

 

 

A postcard from 1944, written from unknown to unknown. Possibly, to a father or a mother having a son in the army, given that they (the writer) assume they "pay attention to the reports of the Wehrmacht daily." I was able to decipher at least some parts, however, some words, especially towards the end and other full sentences are missing, even with digital character recognition. Pictured on the cover is EOS, one of Arno Brekers semi-monumental sculptures commissioned for the Neue Reichskanzlei in Berlin. This photo was, as many other photos of Brekers works taken by Charlotte Rohrbach, a photographer switching between press and comission work. She was being  published regularly during the Third Reich era. Occasionally, original photographs are sold even today, but due to their rarity, prices go up to the hundreds.

05.05.1944

Ich denke, daß das nackte Mädchen auch etwas für dich sein wird. Mir gefällt es. Und so im Herbst - jahres? als nach lebenszeitlich gemeint - sind solche Aspekte nicht zu verächten. ...? Wirklichkeit und Gegenwart. Nur da kann ich mir lebhaft vorstellen, daß dein Ohr täglich nach dem Wehrmachtbericht gerichtet ist u. wollen wir nur hoffen, daß die ganze Schanzarbeit der Zivil-Bevölkerang durch Nichtbenutzung der Gruben hinfällig wird. 

Ich schrieb dir ja neulich schon (den Brief mit den 4.- RM wirst du wohl erhalten haben), daß wir im
Großen gesehen, über den Berg sind. Augenblicklich sind unsere lieben Mitbürger im Westen weg in Mitleidenschaft gezogen und bleibt abzuwarten wie wir dem Großangriff der Engl. u. Amerikaner begegnen werden, der jetzt - noch vor Winter - in der ganzen Frontlänge im Westen losgehen wird. 
 
Es ist eine tolle Zeit wo - jeder muss jetzt wirklich ...  ist nun endlich der langersehnte Regen gefallen. 
In der Hoffnung ...   
 
 
 

 
 ccc

 

Montag, 29. Juli 2024

marion brown (17)

 

A masterpiece which i rediscovered a few days ago. Truly one of my favorites. iii still do not know what a faun is though.

(insert soldier story here)

X, ccc


G
M
T
Y
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Freitag, 2. Februar 2024

SG_SGB_VRSB (16)

 

Ab und zu müsste dieser Blog hier schon aktiviert werden ; aufgrund der größeren Text - und Bildprojekte fehlt dafür momentan aber eher die Zeit und Gehirnkapazität. Falls es sich anbietet und ein Thema von der Größenordnung und Besprechbarkeit her für einen Blogbeitrag gemacht ist, kommt hier sicher auch wieder etwas. Bis dahin allerdings erstmal kürzere Beiträge ; Fotos ; Zeichnungen oder sonstiges. Alles was in jetziger Form nicht genug business-like für die Website ist? Den Rest meiner Schreibarbeit widme ich meinem Abschlussprojekt, Flusser-Eassays und den "Neuen Tatsachen". Vorerst also erstmal 3 Aktzeichnungen ; neulich entstanden

 

 

AKT2_SG

 

 
AKT1_SGB


AKT3_VRSB


Sonntag, 27. August 2023

IMG020823, I WA M OTO, Schoenberg & O.S. - The forgotten Wunderkind (15)

 

Als ich irgendwann letztes Jahr im Disk Union Classical in Kichijōji war, wahrscheinlich am selben Tag als ich die Yuji Takahashi CD gekauft habe, bin ich zum ersten auf eine Platte vom Mari Iwamoto Streichquartett gestoßen. Im 2. Stock, hinten rechts im mittleren Regal, mit den Fächern die zum Fenster zeigen. Ich erinnere mich noch dass die LP ungefähr 10.000¥ gekostet hat, ich mich also doch erstmal dagegen entschieden habe. Ich war gerade erst in Tokio angekommen, hatte mich kaum sortiert und wollte nicht direkt über die Stränge schlagen und mein ganzes Geld ausgeben. Ich weiß auf jeden Fall dass ich das nächste mal direkt zuschlage, und schreibe mir jetzt schon eine Liste mit allen Iwamoto Aufnahmen. Als ich im Januar nochmal wieder gekommen bin war ich schon zu spät.

Nicht nur dass sie die erste Japanerin ist, die nach dem 2. Weltkrieg in den USA spielt, sie war außerdem die erste weibliche Professorin an der Kunsthochschule Tokio mit gerade einmal 20 Jahren. Eventuell gibt es aber keine dieser Familien die sich um den Nachlass kümmern. Es gibt keine Informationen über ihre Familie, nicht einmal ob sie Hinterbliebene hat weiß ich. Oftmals trägt das ja enorm dazu bei .// dass eine Person nicht vergessen wird . Eventuell liegt es auch daran dass ihre Aufnahmen so selten sind... irgendwo in irgendwelchen Sammlungen liegen da noch diese Platten rum... ab und zu taucht eine mal im Ladengeschäft auf, verschwindet aber direkt wieder. 

Aufgrund des 1937 stattfindenden zweiten Sino-Japanischen Krieges und auch durch den Eintritt der USA in den zweiten Weltkrieg befand sich Japan gezwungenermaßen in der Lage eigener Künstler mehr zu fördern zu müssen. Nicht nur deshalb, sondern auch aufgrund ihres außergewöhnlichen Talents und Ehrgeizes reiste Iwamoto quer durchs Land, spielte in Krankenhäusern, Fabriken ¹ und sogar in Mandschukuo (滿洲帝國 - ehem. jap. Vasallenstaat ; Gebiet.-/ Mandschurei), wo sie glücklicherweise fliehen konnte, bevor die Sowjetische Invasion startete. Während des Krieges verloren Iwamoto und ihre Familie in Folge von US-amerikanischen Luftangriffen gleich zweimal ihre Häuser. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs -/ mittlerweile ist es unwahrscheinlich dass aufgrund Bombenanschläge die Straßenbahnen ausfallen, wurde Iwamoto 1946 auf Initiative von Komiya Toyotaka/小宮豐隆, einem japanischen Autor, Literaturkritiker und dem damaligen Präsidenten der Musikhochschule Tokio (東京音楽学校) zur Professorin berufen. Iwamoto hatte jedoch Schwierigkeiten sich in ihrer Position zurechtzufinden. Sie selbst hatte keine Studienerfahrung, kam mit ihren älteren Kollegen nicht zurecht und fühlte sich aufgrund ihres Alters unwohl sodass sie ihre Lehrtätigkeit 1950 abgebrochen hat und in die USA übersiedelte. Dort lernte sie unter anderem in Chicago bei George Enescu, und gab als erste Japanerin nach dem 2. Weltkrieg ein Konzert. Am 14.06.1950 spielte sie Werke von Bach, Mendelssohn und Dvořák (…), trotz des Regens war die New Town Hall an diesem Abend gut besucht. ²

 
 

Sie kehrte jedoch schon 1 Jahr später zurück, trat regelmäßig auf, gewann etliche Preise und Auszeichnungen, fokussierte sich nach aber nach einer Aufführung vom Sibelius Violinkonzert endgültig auf Kammermusik. Sie gründete 1966 mit Toshio Kurunuma, Tomoda Yoshiaki und Junji Suganuma das Mari Iwamoto Streichquartett. Mit TK spielte sie 1954 schon im Rameau Chamber Orchestra. ;: (ラモー室内楽団) 1979 ist sie an Folgen einer Krebserkrankung gestorben, ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof Somei in Toshima. 

 -/(-)( Ich habe gerade nochmal nachgeguckt - ich war wirklich auf dem Gelände auf dem sie begraben ist, allerdings habe ich nur einen benachbarten Tempel besucht. Es hat leicht geregnet, und war einer der letzten Tage in Tokio, muss also irgendwann im März gewesen sein. Ich erinnere mich auch dass eine Frau auf mich zukam und mir plötzlich Blumen in die Hand gedrückt hat. Den zweiten Strauß hat sie selber behalten und verschwand, nachdem wir beide „Senko“ angezündet hatten irgendwo auf dem Gelände. Nachdem ich aber am Tempel beten war, habe ich im Anschluss nach leichter Überforderung noch einen guten Platz für die Blumen gefunden und war danach im Tempelbüro um mir ein Goshuin geben zu lassen. Es gibt in der Nähe auch ein sehr schönes Sento, ein Ausflug würde sich also lohnen / einfach mit der Yamanote Line bis zur Station Sugamo (巣鴨駅) - wenn schon da, dann unbedingt vorher kurz nach Yanaka zum Asakura Skulpturenmuseum ; danach noch nach Ikebukuro für eine Yuzu Tonkotsu.  +++

ASAKURA Skulpturenmuseum, 東京都台東区谷中 7-18-10

Schwer zu sagen wie ihre vollständige Diskographie aussieht, da ich alleine schon von zwei Aufnahmen weiß über die ich im Internet nichts finden kann, ich gehe mal davon aus das man in Zukunft noch einiges mehr von ihr entdecken kann. Viele von meinen Informationen habe ich aus dem Netz, von verschieden Blogs / erstaunlich aber dass es sowohl auf Japanisch aber auch auf Englisch sehr wenig Informationen zu ihr gibt. Es gibt lediglich eine Biographie, auf die sich auch die meisten Autoren im Internet beziehen aber da diese auf Japanisch ist, naja wird das auch nochmal schwieriger… ich überlege noch ob ich mir die bestelle, aber 30€ ausgeben, um mich dann da durchzuquälen. Vielleicht warte ich noch etwas bis ich mehr als 200 Kanji kenne. Einiges konnte ich zum Glück noch auf dem Inlay der LP finden, sowie etwas zu den anderen Ensemble-Mitgliedern und zu Schoenberg selbst +(/// 

Das Schönberg gemalt hat wusste ich schon und seine „Einmischung an verschiedenen Fronten ist ja durchaus üblich gewesen“, so Familie Schoenberg. ³ Aber als ich die handgearbeiteten Figuren seines Koalitionsschach zum ersten mal gesehen habe war ich direkt hin und weg - echt brutal. Um ehrlich zu sein interessieren mich die Regeln im Moment überhaupt noch nicht, die Worte von E.S. dagegen ziemlich. Ich habe mir eine Publikation gekauft, die anlässlich der Ausstellung »Schönbergs Schachzüge - Dodekaphonie und Spiele-Konstruktionen« erschienen ist. Da findet sich neben viele Abbildungen auch eine Text-Sammlung von Ernst Strouhal »Es müsste möglich sein…« über die Arbeiten Schönbergs aus dem „zweiten Zimmer“ und seine „improvisierende Handlungsform“ als Bricoleur, den ich hier kurz einmal angeschnitten vorstellen möchte. 

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Bricolage ist ein von Claude Levi-Strauss eingeführter Begriff, der 1962 zum ersten Mal in / als  „Das Wilde Denken“ erscheint, wenn auch im anthrop. Kontext. Kurz zusammengefasst beschreibt die Bricolage eine Methode, vielleicht sogar eine Grundhaltung »gegenüber der Zukunft«, das improvisierte Vorgehen „mittels der Dinge“. Es ist ein Um/:/denken und „Neu Anordnen“ ; alles bereits vorhandene kann für die unmittelbare Zukunft benutzt werden. Material steht über Endprodukt. Sammlung über Nutzen.

Schönberg, der in seinem Haus in Los Angeles zwei Arbeitszimmer besaß -nicht nur zwei verschiedene Papierstapel- benutze das eine um Unterrichtsstunden vorzubereiten und Kompositionsarbeit, das andere hingegen diente ihm als Werkstatt für Erfindungen, Konstruktionen und Entwürfe für Werkzeuge. Für Schönberg, ist eine Erfindung eine „Konsequenz des Erlebten“, also die Lösung des Problems. Das Handwerk nimmt in Schönbergs theoretischen Spielregeln der Künste immer wieder eine zentrale Rolle ein, so können Künstlerische Prinzipien auch als „bloße Variationen“ von denen des Handwerks erscheinen. Der große Unterschied bestünde jedoch in der „Zweckfreiheit“ eines Kunstwerks. Hier würde ich schon das erste mal intervenieren, aber das sollte eigentlich niemanden überraschen.

 
Abb. 35 aus A.S. - Spiele Konstruktionen Bricolagen - S.55

 

In „Burden of Dreams“, dem Making-Of Dokumentarfilm über die Produktion von „Fitzcarraldo“ gibt es eine Passage in der Werner Herzog über seine Pflicht als Filmemacher, vielleicht aber auch als Mensch spricht. „Es sind nicht nur meine Träume, es sind unser aller Träume, ich bin lediglich derjenige der sie ausdrücken kann“, weiter „es ist meine Pflicht, denn es zeigt wer wir wirklich sind sind.“ Würde man jetzt davon ausgehen, ein Kunstwerk sagt mehr über eine Zeit aus, als ein Geschichtsbuch, dann sind es laut Herzog die Träume, die die grundlegenden Geist einer Zivilisation darstellen. Auch Herzog erschafft nichts neues im eigentlichen Sinne, er sammelt lediglich alles ein was es gibt ;; was er braucht // nutzt das Vorhandene. Das „Neue“, entsteht auch hier aus dem „Alten“, bekommt so seinen „poetischen Charakter“, durch die „Konkretheit der Transformationsarbeit“ und ihre „improvisierenden Bewegung“.

Um wenigstens einmal ganz kurz auf das  Koalitions- oder Bündnisschach einzugehen.. / Auch hier hat Schönberg das Vorhandene genommen und bereits existierende Regeln im Bereich des möglichen verändert, ersetzt den gesamten Bereich erweitert. Statt den herkömmlichen zwei nun 4 Parteien, jeweils zwei Groß- und Kleinmachte treten gegen- und miteinander an. Unterschiede gibt es in den Bewegungsmöglichkeiten, der Anzahl der Felder, sowie der Qualität der Figuren und Startpositionen. Das Schachbrett, welches sonst als „Leinwand auf der geistige Bewegungen in ihrer reinsten Form sichtbar werden“ dient, verliert im Koalitionsschach die blanke Oberfläche, von nun an es ist es ein Showdown der Großmächte. Die ehemals elegante Bewegung wird durch präzise Taktiken und Strategie ersetzt, durch ein realpolitisches Konfliktsimulationsspiel mit Maschinenpistole, Unterseeboot und Panzer. Das Age Of Empires der Moderne , (leider) ohne fest installierte Gebäude und Rohstoffhandel. Für eine Einführung zu Schönberg und seinen Kompositionen gibt es hier noch ein Video von Mattia. Hier wird sogar direkt etwas zu "Verklärte Nacht" gesagt, ein Werk welches Schönberg nach dem Gedicht von Richard "PAN" Dehmel geschrieben hat. Wir haben uns bei dem Projekt Chambre:Dürrenmatt kennengelernt -/ er war neben Eneko einer der beiden Studenten aus der Komposition. Ich hoffe auch, dass ich mit den beiden für die ein oder andere Sequenz in meinem Abschlussfilm zusammen arbeiten kann. Das Video ist ein Ausschnit aus einem größeren Video zu Schönbergs Drei Klavierstücken, ebenfalls verfügbar auf seinem Kanal. 

 

 

Kürzer konnte ich mich erstmal nicht fassen, länger will ich es nicht, denn irgendwie möchte ich mir was davon für meine Abschlussarbeit aufheben - aber Mari Iwamoto kann auch nicht ewig darauf warten // bis ich mit Levi-Strauss und meinen Noch Stehenden Neubauten ^\ [] fertig bin, also erstmal bis hier hin. Ich hoffe dass die ein oder andere Person sich an Iwamoto erinnern wird, ich frage mich auch heute noch wie das Takahashi Video 150.00 Aufrufe bekommen konnte, ich wünsche es MI auch. Auf YouTube gibt es neben Iwamoto jetzt auch einen ersten Eindruck von meinen Super 8 Aufnahmen. Der Anfang von Geschichte+ ist also markiert. 020823

 
 
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¹ Liz, Emily: Three Violin Maidens (2) ; violinist.com/blog/Ku92me/20119/12655/, 20.09.2011 .
² CH, 15.06.1950, Japanischer Geiger gibt hier sein Debüt, New York Times, S. 41
³ Meyer, Christian: Vorwort, Arnold Schönberg - Spiele Konstruktionen Bricolagen, Wien: Arnold Schönberg Center, 2004, S. 4
Levi-Strauss, Claude: Das wilde Denken, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1973, S. 35
Schönberg, Arnold. Wie kann ein Musikstudent seinen Lebensunterhalt verdienen? „, Proceedings of the Music Teachers National Association 34 (1939)
Blank, Les: Burden Of Dreams, USA, Prod. Les Blank / Verl. Flower Films ; 1982, 95 min.
Dammbeck, Lutz: Zeit der Götter - Der Bildhauer Arno Breker, Bericht über die Documenta , warsch. 1959, 01:19:06 -  01:19:54
Strouhal, Ernst: »Es müsste möglich sein…« in: Arnold Schönberg - Spiele Konstruktionen Bricolagen, Wien: Arnold Schönberg Center, 2004, S. 12  
 Ebd., S.20

Sonntag, 11. Juni 2023

Komposition:Ouest & Warum ich immer mit den Toten abhänge (15)


Ich weiß nicht genau, wann ich zum ersten Mal von Tōru Takemitsu gehört habe, aber ich erinnere mich an ein Interview mit Mika Vainio, in dem er über den Einfluss sprach, den Takemitsu auf ihn hatte. Auch hat mir meine Mutter einmal zum Geburtstag eine CD geschenkt, eine Sammlung von Orchesterwerken, die im Moment wie viele andere Sachen auf dem Dachboden eingelagert ist, ich erinnere mich aber noch an das Torii¹ auf dem Cover. Und dann war es wahrscheinlich ein Disk Union Store, - Shibuya oder Ikebukuro - wo ich zufällig auf zwei Aufnahmen gestoßen bin. Ich weiß wirklich nicht, warum ich nicht noch mehr gekauft habe, ich erinnere mich nämlich, dass mir die CDs, die ich gekauft habe, schon in Tokio echt gut gefallen haben. Hätte ich mal bei einem meiner Fuji-Records Besuche machen sollen, imo; der mit Abstand schönste Plattenladen in Tokio. Leider habe ich einen Fehler gemacht und meinen Film teilweise doppelt belichtet, daher kann man auf dem einzigen Foto was ich habe nur relativ wenig erkennen.

 

fujirecordsha, Chiyoda City - 富士レコード社, 千代田区

Die Naturverbundenheit Takemitsus und seine Überlegungen zum Bewusstsein und der Sinne sind für mich relativ schwer zu greifen, sobald seine Gedanken jedoch etwas gegenständlicher und modellhafter werden, finde ich sie sehr spannend. Unumstritten gibt es in seinem Werk zeitliche und musikalische Kontinuität und klare erkennbare Einflüsse sei es Stockhausen, Franck oder Debussy. Jedoch sind es vor allem die „neuen Methoden“ // wechselnde Anteile an Improvisation und seine „individuellen“ Ansätze aus Gegenüberstellungen - Ost;West oder Handwerk;musikalisches „Spüren“ (weder das eine oder das andere agiert dabei stellvertretend) die seine Kompositionen auszeichnen.
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„One day, he happened to hear César Franck’s Prelude, Chorale and Fugue on the radio. Takemitsu later   called this incident his “second discovery” in that in this piece by Franck, he had found the absolute music, i.e., music without words. In traditional Japanese music, the music and words are inseparable, but the Prelude, Chorale, and Fugue was performed by a single instrument, the piano, and in this format spoke to his inner senses.“²  ___________

Merkmale der westlichen und nicht-westlichen Musik sind für Takemitsu Reflektionen. z. / - Reaktionen von einem auf das andere und das einzige, was diese beiden Welten wirklich unterscheidet, ist Takemitsu nach der Gebrauch und die Geschichte. Westliche Klassische Musik, mit der Universalität als Produkt ihrer eigenen Logik und den hochqualifizierten Individualisten kann nur bedingt auf Konditionen einer nicht-westlichen Tradition eingehen. Diese unmögliche Übersetzung gilt dabei allerdings nicht nur von W—> O sondern ebenfalls für O—> W, da je nach Erdhälfte, Musik als Kulturtaktik immer in jeweils andere und stark ortsgebundene Traditionen eingebettet ist. Nicht-westliche Musik wuchs für Takemitsu wie „Gras auf dem Feld“, während westliche Musik (wir bleiben bei dem Bild) von einzelnen Bäumen dominiert wurde, von denen manche höher wachsen (wollten) als andere.

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------------------------------------------------     Tōru Takemitsu     ---------------------------------------------
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Es ist wahrscheinlich komisch, für manche schwer zu verstehen warum ich soviel Zeit damit verbringe über jemanden zu schreiben, jemanden zu archivieren in dessen Disziplin ich nicht einmal arbeite. Ich frage mich ja auch öfter, warum ich immer bei den Toten abhänge. Ich bin mir dieses Verhältnisses sehr bewusst. Es ist aber mein Versprechen welches ich halte, Vergessenes und Verlorenes zu erhalten und niemanden zurückzulassen der nicht als herausragende Säule der Menschheit in der Vergangenheit aufgestellt wurde. Ein großes Versprechen, ich weiß... Das letzte mal als ich von einem Versprechen gehört habe war es das, welches Kenzaburō Ōe seiner Mutter gegeben hat, niemals zu genau über den Tod seines Vaters zu reden. // Hier wird niemand Vergessen //  +c

Die Liner Notes zur CD wurden übrigens von ihm geschrieben - beides natürlich außerdem Künstler, deren Erfahrungen im 2.Weltkrieg wesentlichen Einfluss auf ihre Entwicklung hatten. Ōe ist vor ungefähr 3 Monaten gestorben, ich habe zum ersten Mal von ihm gehört als ich mir mal wieder meine Zeit auf dctp.tv vetreiben wollte und mir ein Interview mit ihm zu seinem Buch Tagame Berlin-Tokyo gesehen habe. Dass die beiden sich herrlich verstanden haben war ja mal wieder klar. Ōe landete also direkt mal mit Stolz der Toten in meinem Einkaufskorb, ebenso Orangen und Tode von Jürg Federspiel ))c Ganz schön viel Tod hier heute.


Stolz der Toten, Fischer Taschenbuch, 1996 / Orangen und Tode, Suhrkamp 1985

Im Fall Takemitsu zum Beispiel, finde ich es einfach erstaunlich, dass sich die Fragen die ihn beschäftigt haben, ebenfalls, wenn auch übersetzt auf das Gebiet der Bildenden Kunst anwenden lassen. Auch wenn nicht expliziert formuliert, zweifelt TT das einfache Nutzen i.e. Benutzen fremder Kulturen an. Während seine französichen Kollegen sich in Indonesien  über neue Ressourcen freuten, als sie das erste mal indonesische Ensemblemusik (Gamelan) hörten, stellt sich für ihn erstmal die Frage wie und ob so etwas überhaupt funktionieren könnte. Interkulturelle Komposition, ohne dass sich das eine völlig im anderen auflöst und jegliche Besonderheiten aufgibt. Keine Sorge, ich fange jetzt nicht schon wieder mit der Geschichte des Klebens an. Aber das ist ja auch eine Frage die ich mir nach 8 Monaten Aufenthalt in Japan stelle, bzw. die die mir gestellt wird. Was hast du gelernt? Was fängst du damit an? Außerdem gibt es interessante Gedanken zur site-specific music³. Ortsspezifität, nicht erst seit 60 Jahren Angelegenheit der Bildenden Kunst und Architektur, die sich in ihren Anfängen bis in christliche Ursprünge selbst zurückverfolgen lässt, scheint jedoch unter dem Begriff noch nicht bei der Musik angekommen zu sein. Irgendwo wird dieses Konzept mit Sicherheit schonnmal aufgetaucht sein. Anfangen könnte ich dann ja mal mit Fahrstuhlmusik. Vielleicht muss ich mal Eneko und Mattia fragen. Bei Morton Feldman gibt es ja immerhin schonmal den Begriff Casted Pieces. Wir nähern uns also schonmal einer speziellen Anfertigung, wenn auch nicht für Orte sondern Instrumentalist*innen. Und dann gibt es da noch die Skepsis gegenüber Information und einer strukturellen Analyse von Kunstwerken, die für ihn wohl eher eine Beeinträchtigung der Wirkung darstellen.

"On the contrary,many things would be lost if we tried to designate it systematically with symbols. If one slides down the narrow trough of description, a unique fragrance has been lost by the time one reaches the bottom."


 Dem Experimental Workshop (実験工房 / Jikken Kōbō) insbesondere Kiyoji Ōtsuji (大辻 清司) werde ich mich später widmen-d-29) - vor allem wg. Dokument. Fotografie... Manfred hatte auch schon gefragt, wahrscheinlich wegen einer Theatherbühne oder so die er beim Durchblättern gesehen haben muss. Das einzige Heft was ich besitze ist nur auf Japanisch, es wird also trotz Übersetzungshilfe einige Zeit dauern bis ich da durch bin.


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c (

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¹ Torii: Japanisches / Shintoistisches Schreintor. Markiert den Eingang sowie den Übergang vom Weltlichen in das Heilige am Eingang eines Shinto-Schreins.dd

² Sakamoto, Haruyo, Tōru Takemitsu: The Roots of His Creation, Florida State University Libraries, 2003, p.4

³ Mirrors - Tōru Takemitsu - Mirror of Trees,Mirror of Gras - Tokyo: Shincho Sha, 1975 - Translation by Sumi Adachi & Roger Reynolds in: Perspectives of New Music, Vol. 30, No. 1 (1992), p. 42

⁴ Zwar benutzt Takemitsu nicht genau diesen Begriff, aber er passt relativ gut zu den Umständen, die er in Mirrors beschreibt.

Mittwoch, 26. April 2023

Malbo International, Semi-Informationen und Traurige Historie (14)

Die mehr oder weniger ungeplante Winterpauseist - jetzt vorbei -

Mit allem neuen dass mir in den letzten Monaten begegnet bin ich aber immernoch sehr überfordert. Es stellt sich immernoch die Frage was ich mit all dem anfangen soll und wie und in welcher Form das alles verarbeitet wird. Mit Aoi Tempel und Schreine besuchen, Goshuin sammeln¹ nachdem sie mir den Byōdō-in in Kyoto empfohlen hatte, die Hitler-Grüße vom Odachlosen in Shinanomachi, die Reise zu Hiromi und Akio nach Amino, Mayuzumis "Prelude for String Quartet" im Lion Cafe oder das Hangul-Museum in Seoul. Ab und zu kam mir mal der Gedanke auf sich zu verschiedenen Themen zu äußern, jedoch hänge ich momentan immernoch stark an einer tagespolitischen Enthaltung (zumindest hier) da mir dazu die Zeit und auch der Überblick fehlt, also wie der Name Rare Appearance schon vermuten lässt... gab es also eine kleine Pause mit der hoffentlich niemand ein Problem hatte.

Im März habe ich zeitgleich zwei Ausstellungen vorbereitet - Zusammen mit der Tokyo Zokei University haben wir den zweiten Teil unserer Kollaboration im Kunstmuseum Fuchū abgehalten. なりきりのあとで (Narikiri No Ato De) ist sozusagen eine Folge auf unserer erste gemeinsame Ausstellung 偽名展 (Ginmei-Ten). Eine Nachbesprechung der Arbeiten muss ich aber erst einmal auf unbestimmte Zeit nach hinten verschieben da ich sehr unzudrieden war, eher mit der Ausführung als mit dem Konzept.

 東中野駅彫刻「遥かなる時が」© Karl Alexander Seidel
 


Leider kann ich nicht herausfinden von wem diese Skulptur aus dem Bahnhof Higashi-Nakano stammt. Falls es jemanden gibt der mehr weiß, melde dich gerne bei mir. Lediglich den Name 「遥かなる時が」konnte ich herausfinden, es könnte so etwas wie ferne Zeit(en) bedeuten. 

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Die Videoarbeit für unsere Ausstellung Malbo, (in Kollaboration mit dem Skulpturenmuseum Glaskasten in Marl) möchte ich hier einmal ganz kurz vorstellen - den Dialog werde ich hier auch noch einmal in Textform veröffentlichen, sodass er einfach übersetzt werden kann. Einen Ausschnitt gibt es außerdem auf YouTube, dort gibt es auch eine Werkbeschreibung in Englisch.


 ... sehen sie. Hier zum Beispiel. Man könnte auch sagen Marl gegen Caesar. Das wäre aber natürlich etwas zu einfach... Wichtiger ist aber auch, dass es einfach nicht stimmt. Die Zeiten stimmen nicht überein. Dann kann ich ja auch sagen nur weil ich im Moment nicht in Deutschland bin “(...) ja, in Seoul schreibt und redet man immernoch über Heiliger und Reusch”.

Irgendwie würde das aber schon gehen oder? Obwohl Marl ja aber nun wirklich kein Imperium gewesen ist, nich(t)? Ich meine, die Geschichte der Brukterer ist ja interessant, nicht umsonst wurden sie explizit erwähnt und außerdem gefürchtet. Immer aus dem Hinterhalt aber ja, das ist alles etwas zu lange her.

Aber die Begriffe sind eben immer noch aktuell. Also ich denke da jetzt an Grenznah, Römische Propaganda, Krisenmanagement, Ahnenforschung, Rechts des Rheins... aber sie wollten dann sozusagen den Nazis die Germanen wegnehmen, verstehe ich das richtig? (lacht) 

Naja das kann ich natürlich nicht - aber mit dem Mythos wollte ich mal aufräumen. Und ich wusste so schrecklich wenig über die (kulturelle) Entstehung von Central Europe. Ihre Verwandten zum Beispiel, aus Thüringen, die haben ja gar keine richtigen Brukterer in sich, das wüsste ich jetzt. Dazu liegt das Siedlungsgebiet zu weit westlich... aber ja, der Begriff an sich ist erstmal viel zu oberflächlich - und vor allem problematisch. Bei dem Thema bin ich also schon eher vorsichtig.

 


Die Germanen beschäftigen mich seit einer Weile, insbesondere innerhalb des Themenkomplexes der kulturellen Entstehung Europas (Central Europe). Durch die letzten Monate in Japan habe ich mir über (kulturelle) Tradition und Historie viele gedanken gemacht, den Einfluss den sie auf Alltagspraktiken haben, auf Stadtbilder (ich denke da an den Shinto-Schrein neben der McDonalds Filiale) sowie die Angriffsfläche auf die (nicht nur) Künstler zurückgreifen können. Mir ist dadurch echt bewusst geworden dass ich nicht mal ansatzweise wusste wer die Germanen überhaupt sind. Zumindest wird mir mehr und mehr klar dass es sich bei dem Begriff weder um einen festen, eher um einen kulturellen sowie zeitlichen Begriff handelt. 

Wichtig ist jedoch, dass dieses Thema heute nicht ohne 33-45 in Betracht zu ziehen bearbeitet werden kann, ohne den monumentalistischen Fetisch der den Missbrauch von Historie im Nationalsozialismus angetrieben hat - Umwandlung oder völliger Verzerrung - Christliche Gebäude werden zu Ahnenhallen, sogenannten "Ehrenhallen des deutschen Blutes"² oder die Runen des germanischen Alphabetes, welche ja auch bis heute noch ihre Verwendung finden. Ohne Zweifel sind es rechtsadikalen Symbole, zumindest könnten sie es sein. Gleichzeitig sind es jedoch keine rechtsadikalen Symbole per se. Immer wenn sich die Frage stellt, wie sehr Missbrauch und Umdeutung Einfluss auf die aktuelle Bedeutung haben, etwas also irreversible Schäden erlitten hat, möchte ich ab jetzt von einer traurigen Historie sprechen. Tunnelblick und die verneinug historischer Fakten schafften schon immer Platz für neo-nazistische Tendenzen und deren "ideologischen Projektionsräume"³.

Auch ein Moment im Gespräch von Friedrich Dürrenmatt und Heinz Ludwig Arnold stößt dabei ganz kurz an dieses Thema an, wenn auch unbeabsichtigt. Dürrenmatt breschreibt während des Gespräches einen Spaziergang in dem er mit seinem Vater und dem Kirchgemeindepräsidenten (wahrscheinlich) durch sein Heimatdorf gelaufen ist und zum ersten mal den Namen "Hitler" hörte. Es kam die Frage auf "ob Hitler ein Christ sei oder nicht"⁴. Eigentlich ging es bei dieser Geschichte eher um die Abgeschottenheit des Dorfes während seiner Kindheit, eine Politiserung des ländlichen Raumes ist nach Dürrenmatt eher ein modernes Phänomen... jedoch wie man jedoch sehen kann vermischt sich hier schon wieder einiges und wird teilweise sehr unübersichtlich, liegt aber vielleicht auch eher daran dass ich versuche alles in einen Blogartikel zu quëtschen. Ein Grund mehr diesem Komplex separate Arbeiten und ein Kapitel in meiner Abschlussarbeit zu widmen. Jedenfalls wird das 6. Jahrhundert wohl sehr wichtig für mich werden. 

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Zwei neue Uploads auf YouTube die ich hier noch nicht vorgestellt habe:

Steve Lacy - Disposability - 1966

Joëlle Et Tetsu - Live At Yokohama Jazz Promenade Festival - 1996 

Demnächst dann, falls es keine Probleme mit dem Copyright geben sollte: Ravel, Xenakis, Takemitsu, Milhaud und viele mehr.



 
 

Demnächst, auch um für meine eigene innere Ordnung zu sorgen, zu archivieren und abzuschließen stelle ich meine Arbeiten Düsseldorf & a farm for sale sowie Tokio (1) & GX4 oder Die Venus von Wilmersdorf vor. Die Gipsskulptur, mit der ich dieses Semester noch einige Abformungen vornehmen möchte befindet sich im moment jedoch noch auf dem Frachter in Richtung Deutschland. Außerdem muss ich noch einmal die Begleitblätter auf mein Behördenpapier drucken was ich nach meiner Rückkehr im Container gefunden habe. Für Düsseldorf & a farm for sale kam mir die ursprüngliche Idee der Semi-Information und der semi-informativen Kunst. Neben der taktischen Fragmentierung (diese Beschreibung hat mir Manfred einmal während unseres Gespräches vorgeschlagen) und Geschichte+ ist die Semi-Information eine sehr wichtige Grundsäule meiner künstlerischen Praxis.

Man könnte die SI als einen Verweis auf meinen Arbeitsprozess sehen - das nicht genau einordnen können oder das noch nicht genau wissen wie ich es verwenden kann. Welche Bedeutung haben Kreuzritter mit ihren Steuervorteilen für mich? Ich bin mir sicher ich wusste es mal. Aber um noch einmal auf Malbo International zu verweisen (...) Hauptsache es gibt irgendwelche Informationen, mehr oder weniger vergleichend… Ich denke außerdem an Alexander Kluges "Geschichte des Klebens", welche mir sowieso als großer Startschuss diente und den Moment des was die Basken wollen und was Madrid will.⁵ Bei AK bin ich mir jedoch sehr sicher dass er ganz genau wusste was die Basken wollen und was Madrid will, warum auch immer das da so eingesetzt wurde. Als Beispiel für eine Semi-Information, könnte man auch ein Videoaufnahme eines CNN-Korrespondenten nehmen, die während der Invasion des Iraks 2003 enstanden ist. Hito Steyerl eröffnet ihr Kapitel "Die dokumentarische Unschärferelation" aus der Publikation "Die Farbe der Wahrheit: Dokumentarismen im Kunstfeld" damit. Zweifelsohne gibt es eine Menge an Deckungsgleichheit zwischen Information und Dokumentation.  

Für mich ist eine exakte Vermittlung von Informationen einer der wesentlichen Aufgaben Bildender Kunst. Das schließt eine Semi-Information jedoch nicht aus, solange diese nur ausreichend autoritär positioniert wird. Bis jetzt habe ich jedoch keine andere Möglichkeit abseits des Textes für unverfälschte Vermittlung gefunden. Eine Semi-Information hat jeder und jede schon einmal erhalten, man sollte jedoch dabei außerdem in eine beabsichtigte und eine unbeabsichtigte unterteilen.

Eine Sache, die mir auch mehr und mehr bewusst wird seit ich Dürrenmatt lese, wie wichtig es ist sich als Künstler oder Künstlerin einer gewissen Verantwortung bewusst zu sein. Wem oder was gegenüber diese Verantwortung besteht, könnte tatsächlich erstmal unwichtig sein. Hauptsache nur nicht so egoistisch aber mehr dazu später + + +

Btw, möchte jemand diesen Blogartikel kaufen?

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¹ Wie sehr man hier von einer Sammlung sprechen sollte weiß ich momentan noch nicht, es handelt sich ja immerhin um eine immernoch religiöse Praxis - was mir auch immer mehr bewusst wurde. Das von Tempel zu Tempel rennen habe ich also weggelassen, stattdessen Zeit genommen um mit Priestern oder Mitarbeitern zu reden, etwas über die Geschichte des Tempels zu erfahren und mir das Gelände näher anzuschauen.

² Harten, Elke: Der nationalsozialistische Regenerationsmythos in Museen, Ausstellungen und Weihehallen, in: Herrmann, Ulrich [Hrsg.]; Nassen, Ulrich [Hrsg.]: Formative Ästhetik im Nationalsozialismus. Intentionen, Medien und Praxisformen totalitärer ästhetischer Herrschaft und Beherrschung. Weinheim u.a. : Beltz 1993, 250 S. - (Zeitschrift für Pädagogik, Beiheft; 31), S. 49

³ Banghard, Karl: Der Mythos vom Germanen – über einen identitätsstiftenden Kult im Rechtsextremismus, Bundeszentrale für politische Bildung, 27.10.2017 

⁴ Friedrich Dürrenmatt im Gespräch mit Heinz Ludwig Arnold, DSR2, 1975

⁵ Kluge, Alexander  - Chronik der Gefühle in Disruptiver Zeit. Geschichten zu kurzen und langen Zeiten. Im Gespräch mit Ulrich Stadler, 2018, Fondation Beyeler  


Samstag, 31. Dezember 2022

gdm, LZ132, Tokio (1), GX4 & goodbye 2022 (13)

 Die letzten beiden Uploads als Jahresabschluss sind ab jetzt auf YouTube. Vielen Dank an alle die sich die Videos ansehen und Rare Appearance unterstützen. Sobald ich wieder in Berlin bin kann ich endlich damit anfangen die LPs zu archivieren und digitalisieren. Das externe CD-Laufwerk welches ich mit nach Tokio genommen habe erlaubt es mir aber schonmal mit den CDs zu beginnen. Die LZ 132 Aufnahme habe ich vor meiner Abreise in Berlin gemacht. Den vollen Text zu GDM gibt es außerdem hier zu lesen.


 

Guillaume de Machaut (* ca. 1300; † 1377) war ein französischer Dichter und Komponist. Obwohl er eine der letzten Komponisten ist, die außerhalb Deutschlands noch in der Tradition der Trouvère schreiben ist er als avantgardistisches Aushängeschild der Ars Nova hauptsächlich bekannt durch eine Revolution der mehrstimmigen Chorale. Außerdem komponiert er zukunftsweisende geistliche sowie säkulare Musik. Während seines Lebens produziert er eine unglaubliche Anzahl an Werken, historischen Dichtungen, Balladen, Motetten sowie die Messe de Notre Dame ein Meilenstein des Mittelalters.¹ Nach mehreren Stationen, unter anderem als Schatzmeister und Sekretär im Dienste von Johann von Böhmen wird er nach Verdun und Arras ab 1337 Kanoniker in der Kathedrale von Reims, wirkt also dort an der gesamten Liturgie mit. Nach dem Tod von JVB in der Schlacht bei Crécy (also Ende & Auftakt zugleich), steht er im Laufe der nächsten Jahre im Dienst von Jutta von Luxemburg oder Johann von Berry (Jean de Valois, duc de Berry), so auf Söldner angelehnt. Dem Les Très Riches Heures du Duc de Berry werde ich mich später auch nochmal genauer widmen - über das "Limburger Blau" habe ich zum ersten mal erfahren als ich mit Max eine Dokumentation über die Brüder von Limburg gesehen habe, vermutlich irgendwann nachts im Hotel als wir von einem Auftritt in Aachen wiedergekommen sind.

Standbild aus "The Art of Illumination", Dir: Christopher Noey, Met NYC (2013)

 

Außerdem ist er Verfasser einer Chronik des Kreuzzuges gegen Alexandria, wobei er sich dabei ausschließlich auf Berichte von Teilnehmern verlässt. Dass sich ca. 576 Jahre später unter dem Schlachtruf „Ritterlich im Kriege, wachsam für den Frieden“ eine weitere europäische Formation in Richtung Nordafrika aufmacht ist jedoch Teil einer anderen Geschichte. In René Girards „Der Sündenbock“ ist Machaut’s (mittelalterlichem) Antijudaismus ein ganzes Kapitel gewidmet. Leider komme ich zurzeit nicht an das Buch, mehr finde ich zu dieser Erzählung leider nicht. Die wenigen Details die ich bis jetzt kenne erschüttern vor allem wegen ihrer Ähnlichkeit zu aktuellen Denkbildern, nicht nur im Bezug auf die Covid-19-Pandemie.

Als Künstler der Selbstarchivierung ist es vor allem sein Prologue, den er gegen Ende seines Lebens schreibt welcher mich besonders interessiert. Während ich also momentan an Geschichte+ (eine geplante Publikation) arbeite, die als Hilfestellung zur Lesbarkeit meiner Arbeiten dient, wartet GDM damit bis zum Ende seines Schaffens. Die personifizierte Natur zeigt ihm seine Berufung auf, drei ihrer Kinder werden ihm als Unterstützung angeboten. - retorique, musique und scens - Während retorique und musique eher technische Fähigkeiten darstellen, (Musik stellten er gleich mit der Dichtkunst gleich, beide sind außerdem Bedingung für die Existenz des jeweils anderen) wird es bei scens etwas freier. scens verwandt mit engin (intelligence, tool, apparatus) - scheint ein konzeptionelle Taktik der Koordination zu sein. Das Finden einer Problemstellung sowie die Erschaffung eines Bildes, die Imagination und Entscheidungsfindung. Während der gesamte Prolog, obwohl sechs Jahre vor seinem Tod geschrieben als „preface to his poetic corpus“ gilt,² ist scens eine Art original creativity und die Organisation seines poetic processes. ⁄d 

 


Ein ganzes Leben lang semi-autobiografisch zu dichten und sechs Jahre vor dem Tod einen Prolog zu schreiben… sind das Unsicherheiten im gesamten künstlerischen Narrativ, ist es eine Entschuldigung oder Begründung, ein Kontrollzwang über die Lesart der eigenen Arbeit? Es bleibt wie gewohnt spannend, fest steht dass bei Machaut viel öfter als gedacht von einem Künstler als nur von einem Dichter und Komponisten sprechen muss.

¹ S. Kayser - Ein Avantgardist des Mittelalters - BR Klassik, 30.11.2020
² Shirley Lukitsch - Medium Ævum , 1983, Vol. 52, No. 2 (1983), pp. 258-27

Rare first version (misprint) of an an accompanying DIN A4 sheet for the presentation of Tokio 1 & GX4 oder die Venus von Wilmersdorf © Karl Alexander Seidel
 
Das Semester ist jetzt vorbei, im Januar allerdings gibt es noch eine Abschlussausstellung der Absolvierenden im Museum der Universität. Es war interessant zu sehen wie anders aber intensiv sich die Studierenden hier mit ihrer Arbeit und Skulptur auseinandersetzen, dadurch wuchs über die letzten Monate erneut auch mein Interesse (an Figur). Nach Düsseldorf & a farm for sale diesen Sommer habe ich letzte Woche zum Semesterabschluss Tokio (1) & GX4 oder die Venus von Wilmersdorf präsentiert. Zu meinen neuen Arbeiten im Rahmen unserer Ausstellung und des Semester kommt demnächst ein etwas längerer Post. Bevor das Jahr endet gibt es hier noch einige schnelle Verweise auf Vergangenes und bald/immernoch Aktuelles.

 

 

Hier nochmal eine (Aus)wahl zwischen "Fugazi Live in Hamburg" oder "Glenn Gould Live in Salzburg und Moskau" wobei die Aufnahme der Three-Part Invntions meine Empfehlung ist. Ich erinnere mich mit Clara während ihrer Zeit in Tokio über Glenn Gould gesprochen zu haben  - kurz vorher hatte ich diese Aufnahme gefunden und war direkt vom anderen Glenn Gould fasziniert.




Sonntag, 4. Dezember 2022

La Bele Marie: Songs To The Virgin From 13th Century France (12)

...especially with this recording - i think background information is absolutely essential as it contains a (modified) recording of Beata viscera, which in its unaltered version contains strong anti-judaism (drastically increasing throughout europe from the 12th century onwards). 

This CD is a collection of french songs to Mary by Anonymous 4, most likely named after the unknown writer, who was a student at Notre Dame in 1270 or 1280. The latin works are all attributed to the musical genus of Conductus: a style of para-liturgical vocal music to accompany processions during service. Except „Ave Maria Gracia Elena“ and „Mater parts et filia“, taken from the „Codex de Las Huelgas“ all of the works are taken from French sources. The chansons on this recording are mostly contrafacta of Trouvère songs, rephrased with almost no variation of the musical substance, taken from the „Claraimbault manuscript.“ 

Disclaimer: The text passages on Beata viscera written by Philippe le Chancelier (a writer for Pérotin from the Notre Dame School) containing strong Anti-Judaism were omitted by the artist’s themselves and are thereby not presented on this recording.


 
 
c y c yc cc

Mittwoch, 16. November 2022

Demus/Inagaki, YLT, Rundgang22 und Do it! (10)

 Da es gerade mehrere größere Projekte gibt die etwas mehr Zeit und Aufmerksamkeit verdienen und wir mitten in den Vorbereitungen zu einer Ausstellung sind - nebenbei läuft natürlich auch das Semester bleibt leider nicht so viel Zeit für die Schreibarbeit. In letzter Zeit - eventuell merken es manche eh schon länger - bereitet mir eine stetig größer werdende frage nach dem aktuellen Zustand von Skulptur und Bildhauerei starke Kopfschmerzen - Ich versuche demnächst mal etwas mehr dazu zu schreiben. Die immer größer werdene Frage nach dem Nutzen und der Effektivität ist wahrscheinlich auch der Grund warum meine Arbeiten in den letzten Monaten immer konzeptioneller werden. 

(Falls das das richtige Wort ist) - y

Marion Bauer habe ich immer noch nicht gefunden, dafür habe ich jetzt zusätzlich noch ein neues Ziel - Iwamoto Mari (巖本 真理) - woher die Aufnahme von Shostakovich's Streichquartett Nr. 15 stammt konnte ich leider noch nicht herausfinden - Eventuell weiß man im Disk Union Classical Store mehr - oder vielleicht an der Tōkyō Geijutsu Daigaku? Immerhin war sie wohl mal Professorin dort... ansonsten... Schlagzeilenentzug - zumindest hier in Kodaira wo die Japan Times fast seltener ist als das Matcha Eis mit Schokoladenhülle. Um ehrlich zu sein finde ich das garnicht wirklich schlecht. Mein Le Monde diplomatique Abonnement ersetze ich durch die wöchentlich erscheinende Asahi Weekly. Ich denke ich werde mal mit einem Professor über die Tageszeitungen hier reden. Prof. Azby Brown, mit dem ich neulich für ein 2-stündiges Interview zusammen saß kann mir bestimmt mehr dazu sagen...

Auf YouTube habe ich ein wenig zum neuen Upload geschrieben, erstaunlich wenig lässt sich aber zu YI finden - zu JD schon etwas mehr. Die Senzoku Gakuen Maeda Hall (洗足学園 前田ホール) wo das Konzert aufgenommen wurde liegt in der Nähe meines ersten Hostels - eventuell fahre ich bei Gelegenheit vorbei - in Kawasaki gibt es auch noch ein Panasonic-Gebäude welches ich besuchen wollte.

 

Die letzten Wochenenden war ich noch in verschieden Disk Union Filialen  - zum ersten mal überhaupt habe ich eine Original-Version von "The Mask of the Imperial Family" gesehen - wenn ich mich richtig erinnere waren es ungefähr 30.000 Yen - eigentlich ein guter Preis für so eine seltene Platte... 


 
 

... da knallen ¥340,000 für eine Originalpressung von 三保敬とジャズ・イレブン* – こけざる組曲 schon etwas mehr rein - aber die gibt es ja zum Glück schon auf YouTube - also konnte ich da grade noch die Finger von lassen. Ansonsten landeten in den letzten Wochen Dieter Zechlin, Charles Mingus, Prurient, Steve Lacy(sax), Yo La Tengo (...) im Einkaufskorb. Dass ich auf Amazon.jp einen "Ghost in the Shell" Soundtrack für 2000¥ gefunden habe fühlt sich immer noch etwas unglaubwürdig an. Entweder hatte ich unglaubliches Glück oder es ist das beste Bootleg was die Welt jemals gesehen hat.

An meiner Arbeit Bitte "Nicht" rauchen // Bad Habits arbeite ich im Moment noch - Teile davon wurden auf dem Rundgang gezeigt, ein weiterer Teil wird diese Woche aufgehangen und ein anderer wiederum wird ein Text an dem ich im Moment noch schreibe. Dabei geht es vor allem um Plakate als Erinnerungen an soziale Normen und Platzierungshierarchien in Bahnhofshallen.

© Karl Alexander Seidel
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Während des Rundgangs bin ich dann eigentliche die meiste Zeit alleine herumgelaufen, habe Nana und Tamaki besucht - die große Performance am letzten Tag war beeindruckend anzusehen - ich habe aber leider etwas zu wenig Information um darüber schreiben zu können. Ich weiß jedenfalls, dass sie mehreren Jahren statfindet und jedes Jahr aufgeführt wird - einige Professoren die selbst einmal daran teilgenommen haben richten diese mittlerweile mit aus. Den Ursprung hat diese Performance wohl in einem traditionellen japanischen Tanz. Geht es da eventuell um eine Art Schöpfungsmythos - ? -  Das Zusammenspiel von Drache und / in Tor dürfte dabei relativ einleuchtend sein. Leider habe ich Nana am zweiten Tag nicht mehr gesehen sodass ein Gespräch leider nicht mehr zustande kam. Mit Tamaki habe ich jedoch eine längere Zeit über ihre Arbeit カーテンのさかさま geredet - bei einer deutschen Übersetzung bin ich mir sehr unschlüssig, es läuft aber auf eine Art umgedrehten Vorhang heraus.

 

Tamaki Otsuka (大塚珠生) - カーテンのさかさま, 2023 © Karl Alexander Seidel  

Ohne vorher mit ihr geredet zu haben dachte ich im ersten Moment erstmal an Donald Judd oder Eberhard Bosslet und die damit verbundenen Thematiken. Laderampe / Industrie / Intervention / nach unserer Unterhaltung wurde dann klar dass es sich hier eher um ein verschobenes Alltagsobjekt (object-to-pass-by) handelt. Die Arbeit startet bei einer Neugier auf die Unvorhersehbarkeit von Zusammensetzungen. Das dahinter gucken (in dem Fall hinter den Vorhang) wird also zur Materialstudie - die Verschiebung von hinter Wand / nach Boden, Materialität und Beschaffenheit der Metalltüren hebeln aber jene sonst gegebene Formfreiheit sofort aus, eine gewisse Führungshilfe gibt das Material aber trotzdem vor. Statt passing by also Dekonstruktion und anschließende Wiederaufarbeitung. Einem weiteren Moment des Dahinterschauens, ich nenne ihn hier Die doppelte Rückseite begegnet man außerdem immer dann wenn  (vornehmlich Bildhauer) vor カーテンのさかさま in die Knie gehen um unter die Metallplatten zu gucken und so hoffen sich ein Bild vom Arbeitsprozess machen zu können. So falsch lag ich ja am Anfang also doch nicht, schon alleine aufgrund der sehr genormten Materialien. Ich merke aber auch gerade dass ich tatsächlich mal anfangen muss mich etwas mit Donald Judd zu beschäftigen - ich kenne tatsächlich erschreckend wenig von ihm. "Specified Objects" scheint ja erstmal ein guter und wichtiger Startpunkt zu sein. 


Am 6.11 habe ich mir noch die Ausstellung "Do it! Everyday Life Becomes Art: Art of the 1970s as seen on Documents from the National Art Center, Tokyo Archives" angesehen. Der Ausstellungstext beschreibt Japan Post-Olympia als eine Zeit von zerbröckelnde Konventionen und kollektiven Illusionen... gleichzeitig wünscht sich der modernen junge Mensch wohl ein neues Bewusstsein für Stadt / Land / Alltag und eine Neuregelung einiger existierenden und eingestanzten Verhältnisse. 

Am interessantesten für mich persönlich ist die Verlagerung des Ausstellungsortes als Konsequenz der aufkommenden Medien und ihrer Benutzung im Kunstkontext. Einer der "Protagonisten" dieser Ausstellung  - das Forschungsinstitut für Psychophysiologie (精神生理学研究所) wirft die Frage auf wie man sich durch "Circulated Media" gegen ein Massenmedium behaupten kann - dabei kommt der Begriff des imaginären Museums vor - allerdings anders als bei Malraux - hier eher als Handlungsfolge der zu zirkulierenden Objekte und Dokumente. Es scheint mir allerdings offensichtlich dass man sich hier auf Malraux bezieht oder es zumindest ein Verweis ist - Musée imaginaire - Gezeigt werden außerdem Dokumente der "Ten-Ten" Ausstellungen von Enokura Koji und Takayama Noburo, verschiedenste Plakate, Postkarten, Briefe sämtlicher (Avantgarde-)Künstler(-kollektive)  die aktiv in den 70er Jahren waren -  "Catastrophe Art" von Yutaka Matsuzawa (松澤宥) - einer Ausstellung die 1974 in Kollaboration mit dem Centro de arte y comunicación (CAyC) aus Buenos Aires stattfand wird ebenfalls in Teilen präsentiert. 

Zum Künstlerkollektiv The Play, die in der Ausstellung stark mit der von ihnen produzierten secondary circulation von Kunstwerken identifiziert werden, findet man auf f-u-t-u-r-e.org einen außerordentlich guten und detaillierten Beitrag von E.Royer und Y. Gourmel  PLAY – Big Book - ein Katalog mit zuvor unveröffentlichem Material sowie Nachdrucken vorheriger Play/Selbst/veröffentlichungen ist außerdem bei les presses du réel zu erwerben, die wie es scheint als unabhängiger Kunstvertrieb/Verlag auch future mit in der Startelf haben.

http://f-u-t-u-r-e.org/r/06_Elodie_Royer_Yoann_Gourmel_The_Play_EN.md 

 

© Karl Alexander Seidel
© Karl Alexander Seidel
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